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openSUSE Leap 15 einrichten

5. Dezember 2018 Kevin Mandura

In dieser Anleitung werden ein paar Dinge beschrieben, die man nach der Installation von openSUSE Leap 15 tun sollte.

Voraussetzungen

1. Software aktualisieren

Nach der Installation sollte man unbedingt die installierten Software-Pakete auf den neusten Stand bringen, falls die Online-Repositories nicht schon während der Installation konfiguriert wurden.

Falls es Aktualisierungen gibt, erscheint wenige Augenblicke nach dem Anmelden auch eine Desktop-Benachrichtigung, mit der man die verfügbaren Aktualisierungen mit einem Klick installieren kann.

Alternativ gibt es noch mehrere Möglichkeiten, sein System manuell zu aktualisieren:

Systemaktualisierung per YaST

Mit dem Yet another Setup Tool (YaST) von openSUSE kann man allerlei Aktualisierungen, Installationen und Konfigurationen einfach in einer zentralen grafischen Oberfläche durchführen.

  1. YaST vom Anwendungsmenü aus starten
  2. In das Authentifizierungs-Fenster das Benutzerpasswort eingeben
  3. Auf "Online-Aktualisierung" klicken
  4. Verfügbare Aktualisierungen mit einem Klick auf "Übernehmen" installieren

Alternativ kann man statt auf "Online-Aktualisierung" zu klicken, auch "Software installieren oder löschen" verwenden und in der oberen Leiste auf "Paket" → "Alle Pakete" → "Aktualisieren, falls neuere Version verfügbar" klicken.

Systemaktualisierung per Konsole

YaST kann auch als Konsolen-Anwendung gestartet werden, falls man keine Desktop-Umgebung installiert hat. Dazu benutzt man einfach den Befehl "yast" in der Konsole und folgt den oberen Anweisungen.

In einem Terminal verwendet man einfach den Befehl:

sudo zypper dup

Im openSUSE-Wiki werden die verschiedenen Aktualisierungsmöglichkeiten genau erläutert.

2. Weitere Software-Quellen hinzufügen

Um bestimmte proprietäre Anwendungen, Multimedia-Codecs oder auch die NVIDIA-Grafikkartentreiber über die Software-Verwaltung installieren zu können, müssen weitere Software-Repositories hinzugefügt werden.

Software-Repositories hinzufügen

  1. YaST vom Anwendungsmenü aus starten
  2. In das Authentifizierungs-Fenster das Benutzerpasswort eingeben
  3. Auf "Software-Repositories" klicken
  4. Unten auf "Hinzufügen" klicken
  5. "Community-Repositorys" auswählen und auf "Weiter" klicken
  6. Aus der Liste gewünschte Repositories auswählen
  7. Mit einem Klick auf "OK" werden die Software-Repositories hinzugefügt

3. Treiber & Multimedia-Codecs installieren

NVIDIA-Grafikkartentreiber

Bei NVIDIA-Grafikkarten müssen die offiziellen NVIDIA-Grafikkartentreiber manuell installiert werden, da diese Treiber proprietär sind und bei openSUSE somit unter die Rubrik der eingeschränkten Formate fallen.

Für die Installation der NVIDIA-Grafikkartentreiber muss zunächst das entsprechende Software-Repository hinzugefügt werden, wie in Schritt 2 beschrieben.

Anschließend wählt man den NVIDIA-Grafikkartentreiber zur Installation aus.

Installation per YaST

  1. YaST vom Anwendungsmenü aus starten
  2. In das Authentifizierungs-Fenster das Benutzerpasswort eingeben
  3. Auf "Software installieren oder löschen" klicken
  4. Oben links auf den Button "Anzeigen" klicken und anschließend "Repositorys" auswählen
  5. Den Eintrag "nVidia Graphics Drivers" auswählen
  6. Den passenden Treiber auswählen
  7. Mit "Übernehmen" wird der Treiber mit allen benötigten Abhängigkeiten installiert

Nach der Installation sollte man den Rechner neu starten, sodass der NVIDIA-Grafikkartentreiber genutzt wird.

Multimedia-Codecs

Die aktuellsten Multimedia-Codecs findet man im Packman-Repository, welches zunächst hinzugefügt werden muss, wie in Schritt 2 beschrieben.

Anschließend führt man einen Anbieterwechsel durch, um die aktuell installierten Multimedia-Codecs durch aktuellere Software-Pakete aus dem Packman-Repository zu ersetzen.

Installation per YaST

  1. YaST vom Anwendungsmenü aus starten
  2. In das Authentifizierungs-Fenster das Benutzerpasswort eingeben
  3. Auf "Software installieren oder löschen" klicken
  4. Oben links auf den Button "Anzeigen" klicken und anschließend "Repositorys" auswählen
  5. Den Eintrag "Packman Repository" auswählen
  6. "Systempakete auf die Versionen in diesem Repository (Packman Repository) umstellen" anklicken
  7. Mit "Übernehmen" werden die Änderungen übernommen.

Damit sollten im Alltag keine Probleme durch fehlende Multimedia-Codecs auftauchen. Bestimmte Software wie Adobe Flash sind mittlerweile fast überflüssig geworden, weswegen die allermeisten Linux-Derivate diese Formate zugunsten der Sicherheit nicht mehr vorinstallieren.

Sollte man weitere Multimedia-Formate benötigen, kann man diese selbstverständlich über die Software-Verwaltung nachinstallieren.

4. Arbeitsumgebung verbessern

Mauszeiger korrigieren

Inzwischen scheint das Problem mit dem Mauszeiger behoben worden zu sein, sodass die folgenden Maßnahmen nicht erforderlich sein sollten.

Wenn man eine auf GTK basierende Desktopumgebung, wie GNOME, MATE oder XFCE verwendet, wird bei Qt-Anwendungen neuerdings nicht mehr der vordefinierte Mauszeiger angezeigt.

Falls dieses Problem besteht, führt man zunächst die folgenden Befehle im Terminal aus:

sudo mkdir /usr/share/icons/default
sudo cp /usr/share/icons/DMZ-Black/cursor.theme /usr/share/icons/default/index.theme

Danach öffnet man YaST über das Anwendungsmenü und wählt, nach Eingabe des Benutzerpassworts, den /etc/sysconfig Editor aus.

In der Leiste links klickt man auf DesktopX_MOUSE_CURSOR und trägt in das Eingabefeld den neuen Wert "/usr/share/icons/DMZ-Black/cursor.theme" ein.

Nachdem man die Änderung übernommen hat, sollte man sich ein Mal ab- und wieder anmelden.

GNOME 3 — Erweiterungen installieren

Für den GNOME 3-Desktop gibt es einige Erweiterungen, auf die man nicht verzichten sollte.

Am einfachsten lassen sich die Erweiterungen mit einem Add-On für den Webbrowser installieren.

Add-On für Mozilla Firefox Add-On für Google Chrome

Unter extensions.gnome.org kann man Erweiterungen herunterladen oder direkt mit dem Webbrowser-Add-On aktivieren.

Wenn man eine konventionelle Anwendungsleiste (wie unter macOS und Windows) haben möchte, empfiehlt sich die Dash to panel-Erweiterung.

Andernfalls sollte man sich zumindest die Erweiterung Dash to Dock installieren.

Möchte man andere Desktop-Themes installieren, sollte man die Erweiterung User themes installieren.

Die Erweiterungen und das Erscheinungsbild lassen sich mit der vorinstallierten Optimierungen-Anwendung (GNOME Tweak Tool) anpassen.

Fertig!

Über den Autor

Kevin Mandura

Hört ab und zu WDR3.